Indiana Jones und seine außerirdischen Kohlköpfe… äh Kristallschädel

Lieber George Lucas
was habt ihr beiden euch bei Indiana Jones 4 verdammt nochmal gedacht??? Seit ich auf meinem 486er Indiana Jones and the Fate of Atlantis gespielt habe, warte ich sehnsüchtig auf den neuen Film. Ich bin ja auch echt ein Fan der ersten Stunde (Indy 1 und 3 waren super, Nr. 2 schwächelte etwas) - aber der Neue?!?!?!? Das ist ja fast noch ne größere Frechheit als uns Star Wars Episode 1-3 aufzutischen!!!!

Seit längerem ist mir ja schon klar, dass man auch mit extrem viel Geld ultraschlechte Filme machen kann. Ein Phänomen aus Hollywood dass in den letzten Jahren immer schlimmer wurde. (Und die wundern sich ernsthaft warum den Bockmist keiner mehr im Kino ansieht. Jaja… die Raubkopierer sind schuld. Stimmt. Nicht die ganzen hirnlosen Hollywood-Dünnschissfilme…) Schießt mal eure ganzen SpecialFX-Firmen zum Mond und überlegt euch mal wieder ne Story!!!! (nein, dass sind nicht sinnlos aneinandergehängte Action-Sequenzen… das hat was mit echter Kreativität zu tun!)

Ich nehm jetzt bei dem Review auch keine Rücksicht auf Spoiler. Zu was auch. Der Film ist sowas von hahnebüchern - schlimmer geht’s nicht.

Was passiert? Anfrangsszene: Russen und Indy auf Area51 in Nevada (ich kratz mich kurz am Kopf und denke: oh Kacke Mann…. oooooh Kacke Mann…. weil ja schon klar war auf was der Film hinaus läuft). Nachdem man dann mit der Magie von Magneten und etwas Schwarzpulver die “geheimnisvolle Kiste” (mit nem lediglich in Plastik eingetütetem Alien in der Hitze Nevadas) gefunden hat, geht’s erstmal an die erste Actionszene. Diese endet dann mit einer Atombombenexplosion, die unser Indy dank eines Bleiwand-Kühlschranks welcher kilometerweit durch die Luft fliegt auch problemlos überlebt.

Spätestens hier sollte auch dem letzten nicht komplett hirndurchweichten Kinobesucher klar sein: Eintrittsgeld an der Kasse zurückfordern wäre langsam angebracht.

Das FBI vermutet nun, dass Indy mit dem KGB zusammen arbeitet. Ein bisschen gebabbel und der Protagonist macht sich auf dem Weg nach London - in eine bessere Zukunft ohne bekloppte und paranoide Ami-Militärs im Rücken (Irgendwie hat sich in der Hinsicht seit 50 Jahren in den USA auch im “real life” nix geändert).

Doch Stop! Ein misteriöser Jüngling (der sich später als Indiana Jones Sohn rausstellt) taucht auf und sorgt gleich mal wieder für “Aaaaagschn” wie unser lieber Arnie sagen würde. Ganz klassische Verfolgungsjagd mit Auto und Motorrad über den Campus - mit ein paar netten Gags damit die Leinwandglotzer nicht ganz einschlafen.

Schnell noch ein paar tausende Jahre alte Schriftzeichen die seit 3000 Jahren keiner mehr gesehen hat in Sekunden entziffern (”kann man ja von der Maya-Sprache ableiten” - obwohl Peru von den Inkas besiedelt war und das auch erst vor ca. 500 Jahren), sofort den ganzen Zusammenhang erkennen, willkürlich geschichtliche Ereignisse komplett zusammenhangslos durcheinander schmeissen und schon ist der halbe Film (die gute Hälfte übrigens) rum.

So langsam könnte man doch mal nach Peru reisen um noch coolere Action-Sequenzen zu bringen. Indy mit einer als Seil missbrauchte Schlange aus einer Sandgrube retten, 15 Minuten fahrt durch den Dschungel mit tausenden von verschossenen Kugeln ohne auch nur ein einziges mal einen Filmhelden zu treffen, Degenkämpfe auf dem Auto, Affen die den KGB angreifen, Schiffchen fahren mit problemlosen Überleben von 3x einen Wasserfall hinunterstürzen, Riesenameisen die Menschen fressen, mitten aus dem Nichts auftauchende Kriegsstämme welche sich offensichtlich seit Jahren in der Wand eingemauert haben nur um auf den einen “Moment” zu warten, Doppelagenten die doch keine sind, und und und…

Diese Liste kann noch meterweise verlängert werden. Anscheinend haben die Drehbuchschreiber versucht alles was sie die letzten Jahre in irgendwelchen Filmen verwurstet haben nochmal in einem Megablockbuster zu bringen. Von neuen Ideen keine Spur. Hauptsache Action.

Ok zum Schluss sterben natürlich wie immer alle Bösen und das große UFO aus der anderen Dimension kann wieder beruhigt nach Hause fliegen. Ach ja: Indy heiratet in der Schlussszene noch schnell.

So das wars dann auch schon. Den Film könnte man auch auf 15 Minuten kürzen ohne Inhaltlich was weglassen zu müssen.

Ich hoffe das Kinojahr gibt noch etwas mehr her dieses Jahr. So ein Senf wie Indy 4 sollte die USA eigentlich gar nicht verlassen dürfen. Warum gibt es 10.000 Seiten Bananenimportverordnungen aber keine in der drin steht wie dämlich ein Film sein darf um in Europa gezeigt werden zu dürfen? Solche Filme sind eigentlich nur im Vollsuff zu ertragen.

In diesem Sinne: Gute Nacht miteinander.

Eintrag wurde am Freitag, 23 Mai 2008 unter der Kategorie Allgemein erstellt. Hinterlassen Sie hier einen Kommentar. Trackback-URL

1 Kommentar »

  1. Kommentar von Ingrid

    Geschrieben am 23 Mai 2008 um 10:57

    HIhi! Toller Artikel! Bravo ! Ich stimme dir 100% zu! Dieser Film war einfach dumm!

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